Bericht des Münsterbaumeisters

Schlagzeilen vom Dezember 2016

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Nordquerhaus

Die Hauptbaustelle am Nordquerhaus konnte ab dem 5. September 2016 vom Baugerüst befreit werden. Es wird Jahrzehnte dauern, bis die Münsterbauhütte wieder an derselben Stelle arbeiten wird.

Höhepunkt war die neue Kopie des Thronenden. Der Grundsatzentscheid, auf eine der mittelalterlichen Figur mit Sicherheit näherstehende Version einzugehen, hat einen spannenden und kreativen Prozess hervorgerufen.

Die vielen Fragen um die Figur des Antholops sorgten in der Münsterbauhütte für spannenden Diskussionsstoff. Auch die Suche nach dem richtigen Umgang zur Instandhaltung des beinahe bis zur Unkenntlichkeit verwitterten Originals war ein Kapitel für sich.

Das grosse Masswerkfenster mit dem metallenen Mittelgewände konnte ab dem 15. August versetzt werden. Schon gleich zeichnete sich das in der Vertikalachse des Nordquerhauses gelegene Element wieder aus als ein Schmuckstück in der Triologie, zusammen mit Galluspforte und Glücksrad.

Sehr spannend wurde es ab dem 29. August: Abermals konnte der Pneukran ein schönes Werkstück an seinen Bestimmungsort hieven und dies bei guten Witterungsverhältnissen, eine nicht zu unterschätzende Komponente. Nach dem Versetzen des Giebelabschlussstücks wurde die Kreuzblume (Kopie von 1922), Stück für Stück und zusammen mit einem neuen Schaftteil wieder versetzt.

Beim Ausfugen der Fassadenfläche, auf der Nordfassade, immerhin etwa 200 m2, wurden alle Hände des Teams aufgeboten und so kam es, dass neben dem Abgussspezialisten und der Restauratorin auch der Münsterbaumeister für einmal auf der Baustelle nicht Schreibzeug und Fotoapparat, sondern eben „richtiges“ Werkzeug in den Händen gehalten hat.

Waren wir im März 2013 noch am Hauptportal auf der Westseite an der Arbeit, sind wir dreieinhalb Jahre später bereits auf der Ostseite des Münsters angelangt. Hier wurde parallel zur Gerüstdemontage am Nordquerhaus bereits die nächste Restaurierungsetappe ins Baugerüst genommen.

Und wie es die Erfahrung lehrt: Erst nach der Reinigung im JOS-Rotations-wirbelstrahlverfahren war alles besser sichtbar, auch die Bauschäden! Es zeigen sich die üblichen Schadensbilder in unterschiedlichem Ausmass an den Strebebogenkonstruktionen sowie auch an den Masswerkfenstern.

In den nächsten vier Monaten steht weniger Werkstattarbeit an und so haben wir uns für die kalte Jahreszeit vier weitere Joche im Grossen Kreuzgang zur Instandstellung vorgenommen. Arbeits- und publikumsgerecht wurde die Winterbaustelle im Südflügel des Grossen Kreuzgangs eingerichtet.

Besuchstag am Münster

Am 26. November haben rund 80 Mitglieder am Vereinsanlass teilgenommen. Bianca Burkhardt, Ramon Keller, Oliver Senn, Jérôme Lorenz und Andreas Hindemann informierten über das Projekt PolyBasel und die Arbeiten der Münsterbauhütte. Aufgrund der günstigen Lage war sogar eine Begehung der Baustelle möglich.

Mit besten Grüssen

Andreas Hindemann und das Team der Basler Münsterbauhütte

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